Liebe Sportfreunde,

im Rahmen unserer intensiven stadtteilbezogenen Integrationsarbeit nutzen wir häufig den Ausdruck Migrationshintergrund. Es kommt auch vor, dass wir „die Deutschen“ oder die „Biodeutschen“, statt Menschen ohne Migrationshintergrund schreiben. Und in der Tat drücken wir in Texten und Mitteilungen, neben zahllosen positiven Berichten, unsere Sorge über Gesellschaftliche Entwicklungen im Stadtteil Neuallermöhe aus. Das wir von einigen Personen dafür in eine nationalistische, völkische Ecke gestellt werden und/oder mit solchen Gruppierungen in Verbindung gebracht werden empfinden wir als Vereinsführung des BFSV Atlantik 1997 und Abteilungsleitung des VC Allermöhe als absolute Frechheit!

Selbst bei einer nur oberflächlichen Beschäftigung mit unserem Verein müsste man über unsere klare interkulturelle Ausrichtung stolpern und über die Tatsache, dass wir mit viel Freude ein Sportliches Zuhause für Menschen aus den verschiedensten Nationen auf die Beine stellen und das mit ziemlich breiter Brust! Vor diesem Hintergrund können wir nur mit dem Kopf schütteln, wenn wir mit Leuten in einen Topf geworfen werden, die Angst vor Überfremdung haben.

Uns ist eigentlich völlig egal, wer woher kommt und welche Nationalität hat. Mit den oben genannten Begriffen versuchen wir derzeit zu beschreiben und zu erfragen, warum die aufnehmende Deutsche Gesellschaft im Stadtteil stark und spürbar auf dem Rückzug ist. Viel wichtiger als die Nationalität, finden wir dass im Alltag und auf Augenhöhe, Bewohner und Sportler vor Ort präsent sind, die die Werte und Einstellungen der offenen und liberalen Deutschen Mehrheitsgesellschaft teilen und diese auch aktiv vertreten, sprich dazu mit anderen ins Gespräch kommen. Der Bedarf dazu ist aus unserer Sicht ganz deutlich vorhanden. Das sich die Einstellungen von vielen Bewohnern in Neuallermöhe und auch Sportlern bei uns z.B. bei den Themen: Gleichberechtigung von Mann und Frau, Umgang mit Sexismus, Gleichgeschlechtliche Ehe aber auch bei so banalen Dingen wie nachhaltiger Nutzung von Sportstätten… spürbar und deutlich von der Deutschen Mehrheitsgesellschaft unterscheiden, wird für uns hier Tag für Tag sichtbar. Kein Drama, finden wir, wenn dazu ein Dialog statt findet. Leider beobachten wir das Gegenteil. Vermutlich ist ein größerer Teil der Gesellschaft nicht bereit, sich mit diesen Unterschieden und anders-sein im Alltag und persönlich auseinander zu setzten und ein normaler, gleichberechtigter Teil einer solchen vielfältigen Gemeinschaft zu sein. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, auf solche Entwicklungen zu reagieren und Handlungen abzuleiten. Hierfür nutzen wir recht emotionslos die erwähnten Begriffe und Zahlen/Statistiken. Der Anteil der Sportler ohne Migrationshintergrund sinkt bei uns im Verein derzeit in Richtung 5%. Mit gezielten Integrationsprojekten gelingt es uns in Teilen diesen Trend deutlich zu bremsen. Ganz und gar nicht emotionslos sind wir unterwegs, wenn unsere Kinder und Jugendlichen den Eindruck bekommen es wird ein Bogen um sie gemacht oder sie dumme Sprüche zu hören bekommen, weil sie aus Neuallermöhe kommen. In diesem Zusammenhang taucht dann das Wort Sorge in unseren Beiträgen auf. Für Fragen oder einen Austausch zu unserer Integrationsarbeit stehen wir gern zur Verfügung.